Von Urzeit-Meeren zu High-Tech-Filtern und Südsee-Klima
Die Leistungsfächer Geographie der Q12 und Q13 tauschten für drei Tage das Klassenzimmer gegen das „Reallabor“ Bodensee, um Naturraum und Wirtschaft hautnah unter die Lupe zu nehmen.
Sipplingen: Zwischen Eiszeit und Hightech
Der Startschuss fiel auf dem Geologischen Lehrpfad Sipplingen. Auf dem 5,4 Kilometer langen Rundweg reisten die Kurse durch 22 Millionen Jahre Erdgeschichte – von urzeitlichen Meeren bis zu den Gletschermassen der Würm-Eiszeit, die das Bodenseebecken einst formten.
Im Anschluss folgte der Sprung in die moderne Anthropogeographie: Ein Blick hinter die Kulissen der Bodensee-Wasserversorgung. Hoch über dem See erlebten die Schüler und Schülerinnen, wie Deutschlands größte Fernwasserversorgung eine fundamentale Daseinsgrundfunktion sichert: Mit hochkomplexer Ozon- und Filtertechnik verwandelt die Anlage Rohwasser aus 60 Metern Tiefe des Bodensees in Trinkwasser für vier Millionen Menschen in Baden-Württemberg.
Sonderkulturen: Das Klima als Wirtschaftsmotor
Die beiden nächsten Tage standen im Zeichen der Wirtschaftsgeographie. Bei der Spitalkellerei Konstanz und auf dem Obsthof Steffelin konnten die Kurse das einzigartige Mikroklima des Bodenseeraums nicht nur theoretisch untersuchen, sondern bei knackigen Kernobst und traditionsreichem Weinbau auch direkt vor Ort bestaunen und probieren.
Drei intensive Exkursionstage, die eindrucksvoll gezeigt haben: Geographie lernt man nicht nur aus dem Lehrbuch, sondern am besten mit festem Schuhwerk direkt im Gelände.
A. Hölzl